
Für Alle bis 28 Jahre!
Mit dieser Karte können Sie in 6 Kabarett-Theatern in Köln (Atelier Theater, Comedia, Erstes Kölner Wohnzimmertheater, Kabarett Klüngelpütz, Senftöpfchen-Theater und Bürgerhaus Stollwerck) je eine Vorstellung Ihrer Wahl besuchen.
Sie wählen aus, was Sie wo und wann sehen wollen. Ausgenommen sind Samstage und Sonderveranstaltungen. Karten-Reservierung ist notwendig!
Die Karte kostet € 51,00 und ist übertragbar.
Ideen muss man haben. Wie lange sich Astrid Völker, die Geschäftsführerin der Freien Volksbühne Köln, den Kopf zerbrochen hat, um die Kölner Besucherorganisation auch für unter 28-jährige attraktiv zu machen, ist nicht überliefert. Dass sie es aber fertiggebracht hat, die etablierten Kleinkunst-Bühnen der Stadt unter einen Hut - sprich: eine für alle Bühnen gültige Kabarett-Card - zu bringen, ist schon ein mittleres Wunder. Schließlich herrscht auch hier der Konkurrenzkampf um die Zuschauer.
Umso verblüffender, wie sie nun alle an einem Strang ziehen. Das Atelier Theater, die Comedia, der Eifelturm, das Erste Wohnzimmertheater, der Klüngelpütz, das Stollwerk und das Senftöpfchen-Theater bieten Menschen, die jünger als 28 sind, eine Art Rabatt-Karte an: sieben Vorstellungen für 59 Euro - also umgerechnet einen Abend für 8.43 Euro. Und das bei Übertragbarkeit auf andere und freier Programmwahl - außer bei Sonderveranstaltungen wie Silvestergalas und Vergleichbarem.
Geht man davon aus, dass die Altergruppe einen Studentenausweis besitzt und sich sowieso schon zu einem ermäßigten Entgelt ansehen und -hören kann, was sich Kabarettisten und Comedians ausgedacht haben, um uns die Welt zu erklären, so stellt der Besitz einer Kabarett-Card eine weitere beträchtliche Erleichterung für den Geldbeutel dar. Die auf diese Weise demonstrierte Einigkeit unter den Theaterleitern ist freilich nicht ohne fette Hintergedanken. Auf diese Weise, mag man sich ausgerechnet haben, lässt sich die Jugend auch außerhalb des Köln-Comedy-Festivals für intelligente Unterhaltung erwärmen. Keine schlechte Idee.
KSTA Mittwoch, 16. August 2006 - Nr. 189, Seite 22